Abascha

Abascha (georgisch აბაშა) ist eine Stadt mit ca. 6.500 Einwohnern, zwischen den Flüssen Abascha und Noghela gelegen. Den Status der Stadt erlangte Abacha in der Sowjetzeit im Jahr 1964 als Verwaltungsstelle des Bezirks Abascha. Abascha ist die Heimatstadt von Konstantine Gamsakhurdia, eines der berühmtesten georgischen Schriftstellers des 20. Jahrhunderts.

Abascha ist ein Begriff für Wirtschaftswissenschaftler, dank des sogenannten “sozioökonomischen Experiments” aus der Sowjetzeit. Auf Initiative des damaligen Parteichefs des sowjetischen Georgiens Eduard Schewarnadze wurden im Bezirk Abascha Anfang der 1970er Jahre materielle Anreize für die Beschäftigten in der Landwirtschaft geschaffen.

Infolgedessen wurde in Abascha die Maisproduktion innerhalb von drei Jahren verdreifacht. Im Jahr 1980 wurde pro Hektar sogar das Fünffache der bis dahin üblichen Ernte eingefahren. Dabei konnten die am Experiment teilnehmenden Beschäftigten der staatlichen Landwirtschaftsbetriebe bis zu 40 % der Ernte für sich behalten.

Dieses Experiment wurde in Georgien mit Unterstützung des späteren Parteichefs der KPdSU Michail Gorbaschow versuchsweise auf andere Sparten (Viezucht in Bergregionen) und diverse Organisationsstrukturen (Landwirtschaftstechnik) übertragen.

In Abascha ist somit einer der ersten praktischen Schritte auf dem Wege zur umfassenden Reform der sowjetischen Planwirtschaft gemacht worden, die im Chaos der Perestroika mündete und letztendlich zum weitestgehenden Kollaps der Planwirtschaft und der UdSSR selbst geführt hat.

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