Poti

Poti (georgisch ფოთი) ist heute eine wichtige Hafenstadt mit rund 48.000 Einwohnern. Sie liegt am Schwarzen Meer nahe der Mündung des Flusses Rioni. Poti ist rund 3.000 Jahre alt und ist somit eine der ältesten Städte der Welt. Die alten Griechen nannten die Stadt und den Fluss Phasis. Nach Homers Sage gingen die Argonauten in Phasis an Land, um in Kolkhida (das heutige Mingrelien) nach dem Goldenen Vlies zu suchen.

Im 7. und 6. Jahrhundert vor Christus war die Stadt eine griechische Kolonie. Über den hohen Entwicklungsstand im Land der Kolchen – Kolchida – zeugt die hier im 3. Jahrhundert vor Christus gegründete berühmte Kolchische Akademie. Bis zum 6. Jahrhundert nach Christus wurden hier in griechischer und georgischer Sprache Philosophie, Rhetorik, Grammatik und Arithmetik gelehrt. Lange Zeit war die Stadt ein wichtiger Umschlagsplatz für Güter der Seidenstrasse, die aus Zentralasien, Indien und dem Mittelmeerraum. Die Geschichte des antiken Phasis (Poti) verliert sich im Dunkel des Mittelalters.

Im 16. Jahrhundert bauten hier die Türken eine Festung Fasch-Kaleh, die sie Anfang 19. Jahrhunderts an Russland verloren. Die erste georgische Eisenbahn verband Tiflis (Tbilisi) mit Poti, wo Ende 19. Jahrhunderts ein großer Seehafen entstand, u.a. durch Handel mit Manganerz. In der Sowjetzeit wurde der Hafen auch für Militärzwecke genutzt.

Interessant ist, dass die Kolchische Tiefebene die Urheimat eines in Europa jetzt weit verbreiteten und gern verzehrten Vogels Fasan ist. Der Name stammt von dem griechischen “Phasis” ab, wie Poti und der Fluß Rioni in der Antike genannt wurden. Der schwedische Naturwissenschaftler Carl von Linné nannte den Vogel in seiner Systematik Phasianus colchicus.

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